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Branchenbarometer 2023

Die Möbellogistikbranche in Österreich

Von 16. bis 28. Februar 2023 wurde heuer zum zweiten Mal die Topmanagement-Ebene der ÖMTV-Mitgliedsbetriebe (eine Person pro Unternehmen) nach ihren Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr, ihren Einschätzungen für 2023 sowie ihrer Expertise zu Trendthemen befragt. Insgesamt haben 16 Personen an der Online-Umfrage teilgenommen. Die Antworten wurden anonym erfasst.

Intro der Umfrage war – wie auch 2022 – die Frage nach der Unternehmensgröße. Obwohl die Teilnehmeranzahl fast gleich geblieben ist (minus zwei versus Vorjahr), haben sich die Angaben zum Personalstand deutlich verändert: waren die vier Unternehmensgrößen (1-10 MA, 11-20 MA, 20-30 MA, > 30 MA) im Vorjahr noch gleichmäßig stark vertreten, so haben heuer 50 % der teilnehmenden Unternehmen einen Personalstand von 11-20 MA, ca. 30 % 1-10 MA und die verbleibenden 20 % sind Unternehmen mit über 30 MA. Die Anonymität der Teilnehmenden lässt keinen Rückschluss zu, ob es sich bei den Umfrageteilnehmer:innen um andere ÖMTV-Mitglieder als im Vorjahr handelt. In der Rubrik „Rückblick auf 2022“ wurden zweimal Veränderungen zum Personalstand abgefragt, jedoch deuten die Antworten eher in Richtung unveränderte bzw. leicht gestiegene Anzahl von Beschäftigten hin. Um künftig aussagekräftigere Schlüsse ziehen zu können, werden wir ab dem Branchenbarometer 2024 eine entsprechende Abfrage zur Teilnahmehäufigkeit hinzufügen.

Trotz Krisenmodus als Dauerzustand: Unternehmen blicken positiv in die Zukunft

Im letzten Branchenbarometer waren die Antworten der Teilnehmenden in Bezug auf zukünftige Entwicklungen und Trends noch nicht durch die Ereignisse in der Ukraine und die weltweiten wirtschaftlichen Auswirkungen beeinflusst. Knapp 80 % der Teilnehmenden blickten optimistisch in die Zukunft, Wermutstropfen war für viele der Fachkräftemangel und 55,6 % der Unternehmen planten, ihre Preise um ca. 5 % anzuheben. Was ist rückwirkend betrachtet tatsächlich eingetreten und wie hat sich der Ukraine-Krieg auf die wirtschaftliche Situation der Möbelspeditionsbranche ausgewirkt?

Rund zwei Drittel der international tätigen Unternehmen sehen den russischen Angriffskrieg als Ursache für Inflation und Preissteigerungen und kämpfen mit organisatorischen Problemen bei Umzügen von/nach RU bzw. UA. Von personellen Auswirkungen, die zum Beispiel die Logistikbranche kennzeichnen, blieben die ÖMTV-Mitglieder nach eigenen Angaben verschont (keine Nennungen).

Der bereits im Branchenbarometer 2022 festgestellte Trend sowohl zu kosten- als auch erlösseitigen Steigerungen im Jahr 2021 versus 2020 setzt sich auch diesmal rückblickend fort: 16 Nennungen für (stark) gestiegene Kosten und 13 Nennungen für (stark) gestiegene Erlöse wobei 3 Teilnehmende die Erlössituation in ihren Unternehmen als unverändert sehen. Die inflationsbedingte Kostensteigerung hat dazu geführt, dass unternehmensseitig an verschiedenen Stellschrauben gedreht wurde. So wird zum Beispiel ein verstärktes Augenmerk auf die Rentabiliät von Aufträgen gelegt (43,8 %), ein Viertel der Unternehmen hat Energiesparmaßnahmen eingeleitet. Angepasst wurden auch die Preisen für Umzugsdienstleistungen: vor Kriegsbeginn planten die teilnehmenden Unternehmen überwiegend (55,6 %) Preiserhöhungen in der Größenordnung von etwa 5 % durchzuführen. Inflation und steigende Energiepreise führten 2022 mehrheitlich zu Preisanpassungen für Umzugsdienstleistungen um 10 % und mehr. Keinen nennenswerten Einfluss hatten diese Preissteigerungen auf die Zahlungsmoral der Kunden: Einer Nennung zu sinkender Zahlungsmoral stehen 4 Nennungen zu steigender und 11 Nennungen zu gleichbleibendem Zahlungsverhalten der Kunden gegenüber. Gute Nachrichten, denn alle Unternehmen werden die Preise für ihre Dienstleistungen auch 2023 erhöhen: ein Viertel um 10 % und mehr, die Hälfte um etwa 5 % und das restliche Viertel um weniger als 3 %.

Die Unternehmen profitieren von einer gleichbleibend hohen Nachfrage: nach 72,2 % (leicht gestiegene Nachfrage) für 2021 identifizierten fast dreiviertel der Befragten auch für 2022 eine starke (18,8 %) bzw. leicht gestiegene (43,8 %) Nachfrage. Auf Geschäftsbereiche heruntergebrochen: Steigerungen gibt es vor allem bei nationalen Umzügen (10 Nennungen), Internationalen Umzügen (7 Nennungen) und im Bereich Lagerung/Selfstorage (8 Nennungen).

Stammkunden und Partner sind wieder als verlässliche Größe im Kundenpool zu sehen, wobei der Anteil an Neukunden (wie auch bereits im letzten Jahr) weiter wächst: 9 Nennungen.

Trotzdem auch weiterhin große Herausforderungen auf die Unternehmen warten, bewertete der überwiegende Anteil der Teilnehmenden das Jahr 2022 als deutlich besser (37,5 %) bzw. besser (31,3 %) als 2021. Und die Branche bleibt auch weiterhin optimistisch (62,5 %), wobei der Anteil jener, die eine gleichbleibende Entwicklung ihres Unternehmens sehen von 22,2 % (2022) auf 31,3 % gestiegen ist. Die Potenziale welche Herausforderungen bieten, haben Führungskräfte verstärkt erkannt: stimmten im vergangenen Jahr noch 38,8 % der Aussage „die Krise ist auch Chancenbringer“ zu, so waren es heuer bereits 68,75 %.

Mitarbeitende im Fokus

Einmal mehr haben Unternehmensführungen gezeigt, dass sie um den Wert ihrer Mitarbeitenden wissen: 43,8 % der Unternehmen haben die Gehälter ihrer Mitarbeiter:innen über die gesetzliche KV-Erhöhung hinaus erhöht, 56,3 % haben von der Teuerungsprämie Gebrauch gemacht.

Laut Branchenbarometer 2022 setzten mehr als 75 % der Unternehmen auf Weiterbildungsangebote zur Personalbindung. Zu diesem Thema gibt es heuer weitere Details: im fachlichen Bereich setzen die Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – vor allem auf halb- bzw. eintägige Seminare, wobei sich interne und externe Maßnahmen die Waage halten. Anders sieht es bei Soft Skills aus: vor allem bei kleineren Unternehmen sieht man einen geringen Schulungsbedarf – nur knapp 45 % bieten Weiterbildung in diesem Bereich an.

Dass die Möbellogistikbranche (noch) stark männerdominiert ist, hat sich nun auch in Zahlen manifestiert: im kaufmännischen Bereich liegt die Frauenanteil mehrheitlich (43,8 %) zwischen 10 bis 20 %, weibliche Führungskräfte sucht man in 37,5 % der Unternehmen vergeblich.

Bewegendes: Ein Blick hinter die Kulissen

Sehr ausgewogen stellen sich die Fuhrparks der teilnehmenden Unternehmen dar: 81,3 % verwenden Sprinter, 87,5 % Klein-LKWs (< 3,5 to) und 93,8 % verfügen über LKWs über 3,5 to. 56,3 % planen heuer die Anschaffung neuer Fahrzeuge, überwiegend LKWs über 3,5 to
(8 Nennungen). Die bevorzugte Antriebsart für Neuanschaffungen ist klar definiert: Diesel mit 66,7 % vor Elektro mit 33,3 %.

Unverändert präsentieren sich die administrativen/organisatorischen Schwerpunktthemen der Unternehmen: Digitalisierung (10 Nennungen), Fachkräftemangel und Organisationsentwicklung (jeweils 9 Nennungen) sowie Qualifizierung/Weiterbildung (8 Nennungen). Etwas abgeschlagen im Ranking derzeit (noch) Nachhaltigkeitsinitiativen mit 4 Nennungen. Laut Branchenbarometer 2022 planten (vor Kriegsbeginn) 50 % der Unternehmen (9 Nennungen) eine Investition in neue Geschäftsfelder. Rückblickend haben 4 Unternehmen neue Geschäftsfelder eröffnet, 4 Firmen planen (weitere) Expansionen. Gleichgeblieben ist der Anteil (ca. 55 %) jener Unternehmen, welche Kooperationen mit Kollegen forcieren möchten bzw. auf der Suche nach Nachfolgern/Käufern sind (2 Nennungen).

Wohin geht die Reise?

Trotz verschiedener Herausforderungen der sich die Wirtschaft im vergangenen Jahr zu stellen hatte und auch heuer konfrontiert wird, bewertete der überwiegende Anteil der teilnehmenden Unternehmen 2022 als deutlich besser (37,5 %) bzw. besser (31,3 %) als 2021. Und die Branche bleibt auch weiterhin optimistisch (62,5 %), wobei der Anteil jener, die eine gleichbleibende Entwicklung ihres Unternehmens sehen von 22,2 % (2022) auf 31,3 % gestiegen ist. Die Potenziale, welche Herausforderungen bieten, haben Führungskräfte verstärkt erkannt: stimmten im vergangenen Jahr noch 38,8 % der Aussage „die Krise ist auch Chancenbringer“ zu, so waren es heuer bereits 68,75 %. Business as usual – so oder zumindest ähnlich könnte man die Antworten auf etwaige zu erwartende Veränderungen aufgrund der weiterhin steigenden Inflation und der hohen Energiekosten zusammenfassen. Allerdings mit einer Ausnahme: (weitere) Gehaltsanpassungen aufgrund der Teuerungen sind nicht unrealistisch (13 Nennungen).

Und welcher Megatrend wird die Möbellogistik stark beeinflussen? 75 % der teilnehmenden Unternehmen sehen im Trend zu bewussterem Konsum und Ressourcenschonung (Neo-Ökonomie) die größten Auswirkungen auf die Branche, zum Beispiel, weil bei Umzügen Möbel eher mitgenommen (=weiterverwendet) als neu gekauft werden könnten. New Work sowie der Megatrend Gesundheit können eine Landflucht und damit eine Steigerung der Umzugszahlen bringen.

 

→ Die gesamten Ergebnisse zum „Branchenbarometer 2023“ finden Sie hier

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