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Echt. Ehrlich.

Brigitte und Harald Hueber im Interview

Eine kurzweilige WhatsApp-Plauderei nach Büroschluss, zu dritt mit Brigitta und Harald Hueber aus Innsbruck – das war unser Plan. Doch wie heißt es so schön: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen! So auch in diesem Fall, bis, ja, bis sich herausstellte, dass Harald Hueber während seiner Militärzeit 1976 der Fernmeldeabteilung zugeteilt war. Und, dass Technik so ist wie Schifahren – das verlernt man nicht.

„Mit der Zeit zu gehen“, „vorauszublicken“, ist das ein MUSS für Selbstständige?

Als Unternehmer, als Spediteur, (vorher gelernter Reisebürokaufmann) musst du immer innovativ sein und vorwärts gehen, so Harald Hueber. Als einer der Ersten hatte die Firma HUEBER schon zur Jahrhundertwende ein eigenes Telefon. Unsere Nummer war damals 39. Innsbruck ist immer größer geworden, es sind Ziffern dazugekommen – die 39 am Ende unserer Telefonnummer ist aber bis heute geblieben (58 39 39).

Der frühe Vogel fängt den Kunden!

Das gleiche mit dem Telex und den Lochstreifenbändern – Mitteilungen konnten relativ problemlos in die ganze Welt gesandt werden. Ebenso benützten wir das damals neue Telefax auch von Anfang an. Nach dem Studium, es war so 1978/79, haben wir die erste Unternehmenssoftware für Reisebüro und Spedition programmieren lassen. Damals funktionierte das mit einem Magnetband als Datenträger – es wurde per Post an das VRZ, das Vorarlberger Rechenzentrum, geschickt und retour – ebenfalls auf dem Postweg – kamen Berechnungen, gedruckt auf Endlospapier.

Beim E-mail wusste ich am Anfang nicht wirklich, was man damit tun kann, war aber trotzdem einer der ersten stolzer Besitzer einer E-Mail-Adresse (hueber@tirol.com) welche es heute noch gibt. Auch bei der Homepage waren wir Pioniere: eines Tages fragte mich ein Techniker, ob ich eine Homepage brauche. „Eine Homepage? Was ist denn das?“. Die erste Vorführung misslang, ein anderer Techniker sprang ein und machte für uns eine Seite Homepage, die ewig stehengeblieben ist. Dies wurde dann schrittweise ausgebaut und laufend verbessert.

Ein historischer Rückblick: wie waren die Anfänge der Spedition Hueber?

Mein Urgroßvater, Hermann Hueber, hat 1869 das Unternehmen gegründet – ein Brandweinkleinverschleiß am Margarethenplatz (heute Bozner Platz) in Innsbruck. Daraus entstand ein Reisebüro und eine Spedition mit einem Außenlager – das wurde im ersten Weltkrieg bombardiert – neben dem Bahnhof. Das Unternehmen wuchs und mein Großvater, Oskar Hueber, führte es bis zum ersten Weltkrieg. Während des Krieges führte seine Gattin Auguste die Geschäfte und später, er war als K&K-Offizier von 1915 bis 1920 in Sibirien in Gefangenschaft, trat auch er wieder ins Unternehmen ein.

Mein Vater Oscar übernahm die Geschäfte vor dem zweiten Weltkrieg und führte es nach dem Krieg weiter. Während des Bombardements wurden einmal mehr unsere Gebäude beschädigt, diesmal wurde das Haupthaus getroffen. In den 70er-Jahren stiegen dann mein Bruder Heinz und 2 Jahre später ich in die Firma ein. Eine Zeitlang wurde das Unternehmen von uns dreien geführt, dann schied unser Vater aus. Ein Diebstahl, aufgedeckt mittels neuer EDV, führte zu einem familieninternen Disput mit einem Verwandten. Es folgt ein Konkurs und dann der Wiederaufbau der beiden Unternehmenszweige, das Reisebüro durch meinen Bruder Heinz, die Spedition durch mich.

Reisebüro und Spedition hat auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun, oder?

Der springende Punkt ist, dass das Personal ausgelastet werden konnte. Im Herbst/Winter, wo die Spedition in die ruhigere Zeit kommt, beginnen die Vorbereitungen auf die Tourismussaison im Frühjahr und Sommer. So etwas nennt man auch „langfristige Kostenminimierung“ (lacht). Jeder Mitarbeiter hatte sein Spezialgebiet, zum Beispiel im Speditionsgeschäft mit internationaler Auslandskorrespondenz sowie im Reisebüro die diversen Busfahrten, zum Beispiel zu den Festspielen in Verona und weltweite Studienreisen. In Wahrheit konnte jeder genau das machen, was ihm Spaß gemacht hat.

Wo liegen heute die unternehmerischen Schwerpunkte der Spedition Hueber?

70 % unseres Geschäfts wird innerhalb Österreichs durchgeführt. Der überwiegende Teil sind Privatumzüge, der Rest Firmenübersiedlungen, Räumungen etc. 12 % des Auftragsvolumens wickeln wir innerhalb der EU ab, 8 % in Nicht-EU-Ländern und 10 % im internationalen Bereich.

Wie war Dein Quereinstieg ins Unternehmen, liebe Brigitte?

Unsere Sekretärin ist in die wohlverdiente Pension gegangen und ich wurde sozusagen, nachdem unser Sohn keiner Lern-Nachhilfe mehr bedurfte, in die Firma hineingeschubst. Ursprünglich komme ich aus dem medizinischen Bereich, Immunologie und Virologie – und eigentlich kann ich sehr viel über Corona erzählen und auch sehr viel über Speditionsthemen (lacht). Die Blutbank, in der ich 10 Jahre lang gearbeitet habe, war eine gute Schule für effektives Krisenmanagement. Man lernt, mit plötzlichen Situationen souverän umzugehen. Und das ist manchmal sehr wichtig im Übersiedlungsgewerbe. Manche Menschen verzweifeln ob der für sie ungewohnten und belastenden Situation, sind gestresst und fühlen sich überfordert.

Wir haben einmal einen Arzt nach Übersee übersiedelt, der hat sich beim „Mithelfen“ das Kreuz verrissen. Von unserem Vorschlag, den Umzug liegend von der Couch aus zu überwachen, hat er nicht viel gehalten. Ein Spritzerl und er war fast wieder einsatzfähig. Oder die hochschwangere Dame, deren Kind nicht länger warten wollte, weil es schon neugierig auf das neue Zuhause war. In der Möbelspedition erlebt man immer neue, interessante, lustige und manchmal auch skurrile Dinge.

Eine Kran-Belieferung über die Dachterrasse, Transport eines Oldtimers, eine Kundin, die über den sorgfältigen Transport ihres sperrigen Klavierflügels entzückt war – es gibt sicher noch weitere lustige Geschichten aus dem Alltag eines Möbelspediteurs.

Ja, es gibt viele lustige Begebenheiten. Abends reden wir immer noch über das Tagesgeschehen, den einen oder anderen Punkt, erzählen uns, was so passiert ist. Dann kichern wir manchmal oder lachen auch herzlich. Harald Hueber verrät uns ein kleines Geheimnis: zwei, drei Mal im Monat setzt er sich hin und sammelt amüsante Anekdoten in seinem Computer-Tagebuch-File. (lacht) Erscheinungstermin: in ein paar Jahren.

Wir bekommen exklusiv eine kleine Anekdote, die sich schon vor vielen Jahren zugetragen hat, in einer Zeit, wo Mobiltelefone noch nicht so weit verbreitet waren:

Die Jungs der Spedition Hueber hatten eine Übersiedlung nach Straßburg, es ging schon gegen Abend und man war auf der Suche nach einem Hotel. Am Straßenrand sah man eine Tafel Hôtel de ville. Man folgt dem Schild und befand sich alsbald am Hauptplatz. Allein: Hôtel de ville ist der französische Begriff für das städtische Rathaus. Ortsüblich ist, dass es im Rathaus auch eine Polizeistation gibt. Frei nach dem Motto „die Polizei, dein Freund und Helfer“ hat man dort in gebrochenem Französisch nach der Rezeption gefragt. Für die Polizeibeamten war das sehr lustig.

4,3 Sterne bei Google, 4,8 Sterne und 98 % Weiterempfehlungen bei Herold – was ist das Erfolgsgeheimnis der Spedition Hueber?

„Bei uns ist der Kunde der wahre König“ so beide Huebers unisono, „Es gibt nichts anderes, als dem Kunden zu dienen und sich dem unterzuordnen.“ Wir hatten 1948 (!) eine Übersiedlung von München ins Zillertal. Vor einigen Jahren war dann die Enkelin unsere Kundin, weil der Opa uns noch in bester Erinnerung hatte: „Do geascht zum Hueber noch Innschpruckh, der måcht da des.“ Ganz wichtig ist, wie der Kunde einen Schadensfall erlebt. Denn: das wesentliche ist hier nicht der Schaden selbst, sondern die faire Abhandlung. Damit schafft man langfristige Kundenbeziehungen.

Brigitte Hueber ergänzt: Dem Kunden muss man zuhören – auch wenn manche Fragen, speziell für jemanden der tagtäglich mit Übersiedlungen zu tun hat, etwas seltsam anmuten. Aber da geht es um bedeutungsvolle Dinge für den Kunden und hier ist es unerlässlich, diese Sorgen ernst zu nehmen. Das muss der Kunde spüren. Und Kunden wollen das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein. Aber natürlich muss man auch die entsprechende Leistung bringen. Ganz wichtig ist es, das Lob der Kunden an die Mitarbeiter weiterzugeben, das motiviert. Unsere Kunden bedanken sich oft bei einem Telefonat oder kommen persönlich nochmals vorbei. Ihre Erfahrungen in einem Bewertungsportal zu teilen – da braucht es oft ein wenig „anstupsen“ von unserer Seite. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kunden vor allem interessiert, wer, welche Person, hinter einem Firmennamen steckt. Und da sind die Erfahrungen aus Bewertungsportalen sehr gut, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Harald Hueber: Ich habe vor einiger Zeit das Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können“ gelesen. Diese Unterschiede in der Kommunikation waren mir so nicht klar. Danach habe ich bewusst die Art und Weise meiner Kommunikation geändert und hatte viel positives Feedback. Auf meine Nachfrage, ob das Umzugsthema im privaten Bereich eher weiblich ist, meint Brigitte Hueber: Bei den Anfragen hält es sich noch die Waage – 60 % Frauen und 40 % Männer. Nach der Auftragserteilung wird die Organisation dann nach dem Motto „Schatzi, mach du des“ an die Ehefrau/Partnerin übergeben. Ich mache auch oft Besichtigungen und habe festgestellt, dass ein Gespräch von Frau zu Frau oft sehr fruchtbar ist. Für einen Mann hört sich das vielleicht nach Kaffeeklatsch an, aber es werden Informationen ausgetauscht und geplant.

Frauen sind Organisationstalente und generell belastbarer als Männer.

Die Tatsache, dass sich mehr Frauen um Privatumzüge kümmern, haben wir auch bei unserem Imagefilm einfließen lassen. Das Drehbuch haben wir selbst geschrieben – die Fragen und Antworten alle aus dem Blickwinkel einer Frau heraus entwickelt. Da gab es vieles zu bedenken und obwohl das Video kurz ist, stecken zwei, drei Monate harter Arbeit drinnen.

Die Spedition Hueber ist ein Familienbetrieb. Familie, Job, Unternehmen – wie leben Sie diese Herausforderung als Unternehmerpaar?

Brigitte Hueber: Wir nehmen im Normalfall keine Arbeit mit nach Hause. In brenzligen Situationen kann es aber schon vorkommen, dass wir schon beim Frühstück über ein Thema sprechen. Wir haben Samstag vormittags auch Telefondienst – bearbeitet werden die Anfragen aber erst am Montag und das sagen wir den Kunden auch so. Das Wochenende, speziell der Sonntag, wird zur Entspannung genutzt. Man braucht einfach seine Zeit, um die Batterien wieder aufzuladen.

Harald Hueber: Wenn wir merken, dass das Telefon weniger oft läutet, schauen wir nach dem Wetter und da kann es gut sein, dass wir über Mittag an einem See oder am Berg sind. Manchmal fahren wir auch auf zwei Stunden ins Mittelgebirge, gehen im Grünwalderhof essen und genießen das Bergpanorama. Das können wir spontan machen, das gönnen wir uns und dann am Abend wird das Liegengebliebene aufgearbeitet.

Früher waren wir im Winter mittags von halb zwölf bis halb drei immer Schifahren. Das war schon bei meinem Vater so. Zu Mittag hat die Mutti mit uns Kindern im Auto den Vater bei der Spedition abgeholt und dann ging es hinauf nach Seefeld. Dort hat man auch gejausnet und der Vater war dann um halb drei wieder zurück im Büro. Schifahren zu Mittag war damals üblich.

Man darf den Tag nicht einfach dahingehen lassen, sondern man muss etwas Positives, sportlich Aktives machen, den Tag inhalieren.

Als Brigitta noch nicht im Unternehmen gearbeitet hat und unser Sohn Philipp noch klein war, bin ich zum Mittagessen immer heimgefahren. Ich hatte damals (lacht) eines der ersten Handys, diese Kilobombe von Alcatel, um auch daheim für die Firma erreichbar zu sein. Dann, als Philipp flügge geworden ist, ist Brigitte ins Unternehmen eingestiegen. Durch ihre Arbeit vorher in der Blutbank, die eine hohe Genauigkeit fordert – immerhin geht es dort um Leben oder Tod –, passieren seitdem auch bei uns in der Firma kaum Fehler. Brigitte ist da wie eine Hyäne, auf Punkt und Beistrich genau.

Am 26.11.1983, also vor ca. 38 Jahren, haben wir geheiratet, davor waren wir schon 4 Jahre liiert. Die Kunst einer glücklichen und harmonischen Beziehung ist es, dass jeder seinen Freiraum hat, sodass seine Persönlichkeit und seine Selbstständigkeit erhalten bleibt. Es muss ein Trennstrich pro Person da sein – um seinen Hobbys nachzugehen, Freunde zu treffen oder sich einfach still zurückziehen können. Das gilt sowohl für das private als auch das berufliche Miteinander.

Bei uns wird auch nicht gestritten, diskutiert ja, aber immer emotionsfrei.

Der Arbeitstag wird im Hause Hueber auch ab und an zu unterschiedlichen Zeiten beendet – weil man etwas für sich selbst geplant hat oder einfach ein wenig Zeit zum Durchschnaufen braucht. Brigitta startet jeden Tag mit einem 30-minütigen Spaziergang in den Büroalltag. „Hierbei kann man den Kopf ein wenig auslüften, seine Gedanken sammeln, einfach an den Tag denken, den körperlichen Motor anwerfen“, verrät sie.

2016 haben Sie eine Facebook-Seite erstellte – wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Das war die Zeit des Innovationssprungs und da musst du mitmachen, sonst hast du keine Karten mehr. Unser Motto war: Wir probieren es einfach und schauen was rauskommt. Dabei kommt es uns zugute, dass wir keine Innovationsängste haben.

Die Überlegung war, einfach nur eine Plattform, eine Visitenkarte für die Firma, zu haben – man kommt bei der Suche oder durch einen Link dorthin und hat die Kontaktinformationen, die man braucht. Facebook sehe ich sehr stark im privaten Bereich und ich wollte Firma und Privates nicht mischen. Aber ich nutze es natürlich, um auf dem Laufenden zu bleiben: wenn ich zum Beispiel lese, dass ein ehemaliger Kunde wegzieht, dann kann man gleich Kontakt aufnehmen und nachfragen. Sich ab und an den Kunden ins Gedächtnis zu rufen, zum Beispiel mit Weihnachtsgrüßen, bringt den einen oder anderen Auftrag.

Unsere Philosophie ist dabei dieses Bild: Alle Kundenanfragen – über Herold, Telefon, Inserate, Facebook, Homepage, QR-Code am LKW, etc. – gehen in einen großen Trichter. Bei der kleinen Öffnung unten ist ein Schaufelrad. Die eine oder andere Kundenanfrage wird zum Auftrag und „tropft“ auf das Schaufelrad. Die Kunst ist, dass sich das Rad immer dreht, dann sind Leute und Autos beschäftigt.

Die Möbellogistik-Branche in der Zukunft: Wo sehen Sie die Herausforderungen und Chancen?

Die größte Herausforderung betrifft die Branche selbst und zwar das Thema qualifiziertes Personal. Und es ist nicht nur eine Frage der Qualifikation, sondern der Mitarbeiter muss auch zum Team, zum Unternehmen passen, die Entlohnung muss für beide Seiten in Ordnung sein und das Arbeitsverhältnis muss eine langfristige Perspektive haben. Aufträge gibt es en masse: zum Beispiel im Sommer, wenn man bei deutschen Plattformen dabei ist, gibt es zahlreiche große Aufträge.

Es fehlen aber oft die Leute für die Durchführung, unter anderem, weil sie im Sommer längere Zeit heimfahren. Das deutsche Unternehmen gibt also den Auftrag ab, aber die Subfirma hat die gleichen Ressourcenprobleme im Mitarbeiterbereich. Im Endeffekt wird der Auftrag dann in einer geringeren Qualität durchgeführt – und der Kunde nicht zufrieden. Dafür braucht es Lösungen, denn mit einer Urlaubsstaffelung allein ist es nicht getan.

Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit – was ist Ihre tägliche Motivation?

Der Kundenkontakt, ob persönlich oder am Telefon. Und die Neugierde auf Neues, auf neue Herausforderungen, auf Innovationen. Wir übernehmen große Aufträge, nachdem wir sie im Detail durchgedacht haben, wir lehnen aber auch Aufträge ab, wenn wir uns nicht sicher sind. Am Ende steht das Dankeschön des Kunden, persönlich, am Telefon oder mit einem kleinen Geschenk.

Eine Dame war bei Ihrer Rückübersiedlung in die Schweiz sehr zufrieden. Sie hat uns eine Kiste mit 24 Flaschen Morillon, einem sehr gutem Wein aus der Steiermark, geschickt. Wir haben uns bei diesem Auftrag sehr bemüht und ihr hohe Zollgebühren erspart. Es ist schön, wenn die Kundin die Arbeit und die Mühe wertschätzt. Negative, quälende Ereignisse gibt es auch, zum Beispiel versuchten Versicherungsbetrug. Aber die positiven Begebenheiten überwiegen bei weitem und das Positive zu sehen ist Voraussetzung, wenn du Unternehmer bist.

Wie sieht die Zukunft der Spedition Hueber aus?

Philipp, unser Sohn, hat sich schon als Kind ganz stark für das Bauwesen interessiert. Er hat die HTL gemacht und arbeitet heute als Bauingenieur. Bei mir war es damals so, dass der Vater immer gesagt hat, was ich tun und machen soll. Das habe ich bei unserem Sohn nicht gemacht, er konnte frei entscheiden. Es ist geplant, das Unternehmen in die Hände eines Geschäftsführers zu legen, bis es eventuell an eine jüngere Generation übergeben werden kann. Aber ein paar Jahre machen wir schon noch weiter.

Mit wem würden Sie beide gerne bei einem Business-Brunch an einem Tisch sitzen und warum?

Mit den Kolleginnen und Kollegen bei der ÖMTV-Tagung. Das sind bodenständige Menschen und es ist auch immer sehr gemütlich. Es gibt befruchtende Gespräche, man hat ähnlich gelagerte Sorgen, man tauscht Informationen aus, gibt und bekommt Ratschläge. Man bewegt sich in einer Sippe von Gleichgesinnten. (lacht)

Übrigens: bei uns ist es schon Familientradition, Mitglied beim Österreichischen Möbeltransport Verband zu sein. Schon der Großvater war seinerzeit im ÖMTV und ich habe noch ein Foto von 1960, wo meinem Vater anlässlich seines 50. Geburtstags im Rahmen einer Generalversammlung Dank ausgesprochen wurde.

Knapp eineinhalb Stunden mit Brigitte und Harald plaudern zu können, war ein sehr schönes Erlebnis. Für mich habe ich mitgenommen, wie wichtig es ist, Tag für Tag eine kleine Auszeit zu nehmen, die Natur und das Leben zu inhalieren. Einfach, wie Harald Hueber es so bildlich auf den Punkt gebracht hat: kurz mal aus dem Hamsterrad auszusteigen. Ich nehme es mir ganz fest vor. Und damit ich es nicht vergesse, habe ich am Tag nach unserem Interview per WhatsApp ein Bild von ihrem Samstag-Ausflug bekommen.

Vielen lieben Dank Euch!

[Autor: Manuela Stocker]